Veranstaltungen 2019 / 2020


Dienstag | 17. September 2019 | 20 Uhr 

Ort: Buchhandlung „Der Zauberberg“, Bundesallee 133, 12161 Berlin


Lektüreabend | Thomas Manns Novelle Herr und Hund 

Moderation | Dr. Bastian Schlüter 


Lektüreabende dienen dem freien und offenen Austausch unter den Teilnehmern. Die vorherige Lektüre des gewählten Erzählwerks ist dabei natürlich wichtige Grundlage. 




Dienstag | 22. Oktober 2019 | 20 Uhr 

Ort: Buchhandlung „Der Zauberberg“, Bundesallee 133, 12161 Berlin


Vortrag | Dr. Tobias Boes (Associate Professor, University of Notre Dame, USA) 


Zauberberg und Kriegsgefangenschaft 


In den Jahren von 1942 bis 1946 waren mehr als 400.000 deutsche Wehrmachtssoldaten als Kriegsgefangene in den USA interniert. In dieser Zeit machten viele von ihnen eine erste Bekanntschaft mit ausgewählten Werken Thomas Manns, die ihnen von der US-Regierung in vom Bermann-Fischer Verlag lizensierten Spezialausgaben zur Verfügung gestellt wurden. Der Vortrag erzählt die Geschichte dieses politischen und literarischen Erziehungsprogramms und situiert die Leseerfahrungen der Kriegsgefangenen im Kontext der Thomas-Mann-Rezeption der Nachkriegsjahre. ««« 




Mittwoch | 11. Dezember 2019 | ab 18 Uhr 

Ort: Restaurant „Ratsstuben Schöneberg“, 

Freiherr-vom-Stein-Str. 20, 10825 Berlin (bspw. U 4 Rathaus Schöneberg) 


Lektüren im Advent. Ein vorweihnachtlicher Abend des Thomas Mann-Kreises Am Jahresende wollen wir nach unserem guten Brauch in lockerer Runde zusammenfinden, wobei neben dem kulinarischen natürlich auch der literarische Genuss nicht zu kurz kommen soll. Für diesen werden sicher wieder mancherlei Beiträge in phantasievoller Gestalt aus dem Kreis der Teilnehmenden sorgen. 




Mittwoch | 18. Dezember 2019 | 20 Uhr 

Ort: Buchhandlung „Der Zauberberg“, Bundesallee 133, 12161 Berlin


Vortrag | Prof. Dr. Friedhelm Marx (Universität Bamberg) 


„Dieser absurde Zustand Europas.“ 

Thomas Manns Europa-Vorstellungen in der Weimarer Republik 


In den Krisenjahren der Weimarer Republik schrieb Thomas Mann der kulturellen und politischen Einigung Europas eine wachsende Bedeutung zu. Je stärker die nationalistischen Bewegungen (nicht nur) in Deutschland wurden, desto vehementer votierte er in Essays und politischen Stellungnahmen für eine Überwindung der innereuropäischen Gegensätze, etwa in der Rede „Europa als Kulturgemeinschaft“, die er am 18.5.1930 beim zweiten Paneuropa-Kongress in Berlin hielt. Der Beitrag stellt die wichtigsten Europa-Ideen und -Initiativen Thomas Manns einschließlich ihrer Wahrnehmung in der Presse der Weimarer Republik vor und verbindet sie mit dem ästhetischen Projekt einer Europäisierung der Prosa, dem er sich schon mit den Buddenbrooks verschrieben hatte




Mittwoch | 15. Januar 2020 | 20 Uhr 

Ort: Buchhandlung „Der Zauberberg“, Bundesallee 133, 12161 Berlin


Vortrag | Heike Catherina Mertens (Geschäftsführerin/ Executive Director Villa Aurora & Thomas Mann House e. V.) 


„So wohnen wir nun in einem modernen Haus. Wir mögen es dennoch.“ 

Das Thomas Mann House in Pacific Palisades 1941 beauftragte Thomas Mann den Architekten Julius Ralph Davidson, einen der Hauptvertreter der kalifornischen Moderne, mit dem Bau eines neuen Hauses am San Remo Drive in den Hügeln der Pacific Palisades. Hier lebte er mit Katia von Februar 1942 bis zu seiner Rückkehr nach Europa 1952. In seinem Arbeitszimmer zu seiner Rückkehr nach Europa 1952. In seinem Arbeitszimmer entstanden u.a. der vierte Band der Joseph-Tetralogie, Dr. Faustus und Der Erwählte. Aus diesem kalifornischen Exil heraus wandte sich Thomas Mann auch über die BBC in seinen Radioansprachen an ‚Deutsche Hörer!‘ und setzte sich in seinem Werk intensiv mit Fragen nach den Wurzeln des Faschismus, nach demokratischer Erneuerung, Freiheit, Migration und Exil auseinander. Diesem Geist ist das Thomas Mann House nach seiner Eröffnung 2018 als Residenzhaus und Debattenort auch heute verpflichtet. Der Vortrag stellt die Geschichte des Hauses von seiner Entstehung bis zur heutigen Nutzung vor. 




 

Sonntag I 16. Februar 2020 I 11 Uhr

Ort: Bundesplatz-Kino in Berlin-Wilmersdorf Bundesplatz 14, Tel.: (030) 85 40 60 85 Eintritt: 8 €/ erm. 7 € 


Vorführung des DEFA-Films von 1975 

Lotte in Weimar 

nach Thomas Manns Roman von Egon Günther Hauptrollen: Lilli Palmer (Lotte) und Martin Hellberg (Goethe) Regie: Egon Günther 

Diesen in der DDR gedrehten Film, der am 6. Juni 1975, dem hundertsten Geburtstag von Thomas Mann, Premiere hatte, zeigen wir in Zusammenarbeit mit dem Bundesplatz-Kino. 




März 2020 

Datum und Uhrzeit werden noch gesondert bekannt gegeben

 Ort: Neues Museum (Museumsinsel Berlin) 


Gemeinsamer Besuch des Neuen Museums (mit Führung), um die Skulpturen aus der AmarnaZeit zu besichtigen, die Thomas Mann als Vorbilder für seine Figuren aus der Joseph-Tetralogie gedient haben. Eine Einladung hierzu mit weiteren Informationen erfolgt im Februar 2020. 




Donnerstag | 30. April 2020 | 20 Uhr 

Ort: Buchhandlung „Der Zauberberg“, Bundesallee 133, 12161 Berlin


Vortrag | Anke Jaspers M.A. (Univ. Graz) 


Die Bibliothek von Thomas Mann 

Widmungen und Annotationen machen Thomas Manns Bücher zu Erinnerungsstücken und zu Forschungsmaterial. Als Bibliothek bildeten die Bücher zugleich einen dynamischen Arbeits- und Denkraum, der sich den wechselnden Umgebungen und Schreibprojekten angepasst hat. Der Vortrag rekonstruiert die Geschichte der Bibliothek Thomas Manns von ihrer Einrichtung in München bis heute. Anhand von Archivmaterial und einzelnen Buchexemplaren wird deutlich, wie Thomas Mann mit seinen Büchern umging, in welchen Ordnungen die Bibliothek stand und welche Spuren die Enteignung durch die Nationalsozialisten, die Emigration der Familie Mann und die Rückkehr nach Europa nach dem Zweiten Weltkrieg in der Bibliothek hinterlassen haben. 



Mittwoch | 27. Mai 2020 | 20 Uhr 

Ort: Buchhandlung „Der Zauberberg“, Bundesallee 133, 12161 Berlin


Vortrag | Dr. Regine Zeller (Univ. Mannheim) 


Identitätspolitik in der Wüste

Die Erzählung „Das Gesetz“ und die Formung des Volkes Israel 

Thomas Manns Erzählung „Das Gesetz“ entsteht in den ersten Monaten des Jahres 1943 als kleine – aber gut bezahlte – Auftragsarbeit für Armin L. Robinsons Projekt „The Ten Commandments. Ten Short Novels of Hitler’s War against the Moral Code“. Thomas Manns Beitrag irritierte Rezensenten wie Forschung allerdings immer wieder massiv, baut er doch über weite Strecken umfangreiche Analogien zwischen dem zu kritisierenden Hitler-Staat und dem Vorgehen Mose beim Auszug aus Ägypten auf. Der Vortrag zeigt, dass sich diese Analogien dadurch erklären lassen, dass Thomas Manns Text die ambivalenten und gewaltsamen Grundstrukturen von „Volksformung“ generell herausstellt.